Die Malediven – schön wie im Katalog, aber zu welchem Preis?

Weiße Sandbänke liegen schweigend auf türkisblauen Wellen. Inseln, bewachsen mit saftig grünen Palmen, umrundet von Holzstegen, die zu kleinen Overwater – Bungalows führen, von denen jedes einzelne einen privaten Zugang zum Meer bietet. Bunte Fische tummeln sich im glasklaren Wasser, direkt unter den Füßen. Hochzeiten am weißen Strand, Flitterwochen im Paradies, Luxus im Überfluss.

Wenn es vorher nicht schon in der Überschrift stehen würde, hätten bei dieser Beschreibung die meisten von euch wahrscheinlich direkt an die Malediven gedacht. Und ja um genau diese geht’s in diesem Artikel hier.

Sprache: Dhivehi

Hauptstadt: Malé

Einwohner: 541.000

Währung: Rufyiaa (RF)

Good to know:

Die Malediven sind ein eigenständiges Land mit über 1.190 Inseln aufgeteilt in 26 Atolle (ringförmige Korallenriffe) und liegen im Indischen Ozean. Nur 200 davon sind bewohnt. Rund 100 Inseln werden als Ressort Inseln genutzt, die speziell für den Tourismus entwickelt wurden.
Seit 2009 ist es aber auch den Touristen erlaubt die „local islands“ zu besuchen. Dort gibt es normale Hotels und Gästehäuser meist zu erschwinglicheren Preisen und dazu kann man dort wunderbar die authentische einheimische Küche in lokalen Restaurants probieren.
Das Land ist Muslimisch geprägt, weshalb es dort extra gekennzeichnete Bikinistrände gibt. Natürlich kann auch an privaten Hotelstränden Bikini und Badehose getragen werden, aber es ist ratsam sich vorher mit der Religion und dem Land zu beschäftigen, um sich respektvoll verhalten zu können.

Meine Kosten für die Malediven

Ich habe die Malediven als meinen persönlichen Kurz Urlaub genutzt und daher nicht unbedingt darauf geachtet so günstig wie möglich zu bleiben. Jedoch habe ich versucht eine Balance zu finden zwischen Luxus und Budget-reisen. Hat nicht so gut funktioniert, wie ihr gleich sehen werdet.
Da ich den Trip mit meiner Sri Lanka Reise verbunden hab, bin ich von dort ausgeflogen, was die Flugpreise ziemlich günstig werden ließ. Statt über 1000€ von Deutschland aus, zahlte ich ca. 250€ von Colombo nach Malé und zurück. Klingt super, denkt man sich zunächst. Aber dann ist man ja auch erstmal in Malé. Was ich nicht bedachte, waren die Flüge zu der Insel, auf der ich mein Hotel gebucht hatte, die etwas weiter entfernt lag. Die Inlandsflüge von Malé nach Dharavandhoo und zurück kosteten zusätzlich etwa 200 €. Ab da, habe ich mich vom low-Budget dann eigentlich auch verabschiedet. Mein Hotel lag mit ca. 600€ für 4 Nächte so ziemlich in der mittleren Preisklasse und war schon sehr luxuriös, würde ich behaupten. Natürlich hätte ich mich für etwas Günstigeres entscheiden können, aber hey, man muss sich ja auch mal was gönnen im Leben. Frühstück war inbegriffen, aber für Mittag- und Abendessen, ging ich in die lokalen Restaurants, wo man meist nicht mehr als 10€ pro Mahlzeit zahlt. Damit ich dort auch was erlebt hab buchte ich eine 3- stündige Schnorchel Tour für ca. 45€. Was ich für ziemlich günstig halte, wenn man bedenkt, dass zwei Guides, Schnorchel Equipment und ein Getränk inklusive waren. Eine Massage für 40 € gönnte ich mir auch – es gab sonst nicht viele Alternativen, da ich weder tauche noch täglich schnorcheln wollte. Wenn man Essen, Souvenirs und alles andere Zusammen rechnet, kommt man also grob auf ca. 1200€ für fünf Tage in der Hauptsaison, von denen zwei Tage für An- und Abreise wegfallen.
Würde ich´s wieder tun? Wahrscheinlich nicht. War es viel zu teuer? Absolut. Aber die Erfahrung zählt. Und die habe ich gemacht, damit euch genau das eben nicht passiert.

Was du über Nachhaltigkeit auf den Malediven wissen solltest

Natürlich ist es schön mit dem/der liebsten die Flitterwochen auf einer wunderschönen Insel zu verbringen, All Inclusive mit allem was man braucht und mehr. Aber trotzdem würde ich hier gerne auch die ein oder andere Schattenseite beleuchten, warum man gut drüber nachdenken sollte, ob man diesen Luxus wirklich benötigt.

Die Malediven haben ein Müllproblem. Ein ziemlich großes sogar. 400-600 Tonnen Müll werden von mehreren Inseln täglich unsortiert auf der Müllinsel Thilafushi gelagert. Viele Resorts „entsorgen“ ihren Müll und Bauschutt sogar direkt im Meer. Hier liegt die Verantwortung natürlich nicht bei den Touristen, aber mit ihnen kam der Wohlstand und dieser färbte auf die Bewohner der Inseln ab. Hier fehlt Aufklärung und Bewusstsein für das Ausmaß des unkontrollierten Konsums. Dazu kommen weitere, schwierige Themen, die mich dazu gebracht haben, das Luxus-Konzept der Malediven zu hinterfragen.

Das auf den Hotelinseln beliebte „Nachtfischen“ trägt zur Überfischung bei. Nistplätze von Schildkröten werden nicht ausreichend geschützt was die Population beeinträchtigt, die Boote, die essentiell für den Transport der Touristen sind, bzw. das Altöl davon, werden nicht fachgerecht entsorgt und es werden immer noch Korallenriffe für weitere Bauprojekte zerstört. Korallenriffe, die sowieso schon unter den harten Bedingungen der globalen Erwärmung leiden. Durch das wärmer werdende Meer gab es 2016 eine große Korallenbleiche, die viele Korallen absterben ließ. Auch die Steigung des Meeresspiegels, wird zum immer größer werdenden Problem, da viele Inseln nicht mal einen Meter darüber liegen. Das hat zwar nichts mit den Resorts an sich zu tun, aber die Regierung nimmt die Bedrohung deswegen mittlerweile sehr ernst und erhebt Zölle und Steuern um die Inseln vor dem Untergang zu bewahren. Es wurden Nationalparks angelegt, in denen der Bau von neuen Resorts oder Dörfern verboten und Fischerei untersagt wurde. Es werden auch immer mehr Projekte und Gesetze zur Verringerung vom Müll gestartet.

Ich will damit nicht sagen, geht nicht hin. Wenn man sich bewusst macht, was man mit dem Luxus vielleicht in kauf nimmt und im Zuge dessen darauf achtet welches Resort man sich aussucht, z. B. eins mit einem Umweltzertifikat, steht dem Traumurlaub nichts im Wege. Ich denke einmal im Leben die Erfahrung machen zu wollen ist fair und völlig in Ordnung, wenn man bewusst an die Sache ran geht.

Meine Learnings – und wie du’s besser machen kannst

Um das Risiko von Regentagen zu senken, würde ich vielleicht 1-2 Tage mehr buchen, dass man 4–5 volle Tage hat. Das reicht locker um sich zu erholen und um alles mitzunehmen, was die Malediven zu bieten haben. Schnorcheln, Tauchen, Sonnen und die Aussicht genießen.

Ich würde ein günstigeres Hotel nehmen. Der Luxus war schön, aber einfach auch unnötig und mit dem günstigeren Hotel direkt auch eine näher gelegene Insel zu Malé, dass der Transport dort hin nicht so teuer ist.

Es wäre vielleicht auch besser gewesen in der Nebensaison zu gehen. Da ist es meistens günstiger. Die Wahrscheinlichkeit auf Regentage ist dann zwar höher, aber man spart und es regnet ja nie den ganzen Tag.

Und die wichtigste Erkenntnis: Ich würde so ein teures Ziel nicht mehr alleine ansteuern. Ich hätte mir viel Geld sparen können, wenn ich mir das Hotelzimmer mit jemandem geteilt hätte. Es hatte zwar seinen eigenen Charme, allein zwischen all den Pärchen am Strand zu chillen – aber ein zweites Mal muss ich das nicht haben.

Fazit – einmal Paradies und zurück

Ob sich der Traum vom Paradies für dich lohnt? Das hängt davon ab, was du suchst – Ruhe, Luxus, Natur oder Authentizität. Man kann schon alles davon finden, wenn man es richtig anstellt. Für mich war es eine wertvolle, aber einmalige Erfahrung. Wenn du mit offenen Augen reist und bewusst entscheidest, kannst du die Magie der Malediven erleben – ohne die Realität auszublenden.